Bildpräsenz von Sportlerinnen und Sportlern in ausgewählten, reichweitenstarken Medien
Medienanalyse zu Sichtbarkeit & Präsenz
- Medienanalyse im Zeitraum von 1. September 2024 bis 31. August 2025
- Untersuchte Medien: Kronen Zeitung, Kurier, Kleine Zeitung, derStandard, ORF1, ServusTV
- Die Errechnung des Equal Play Days erfolgt aus dem Schnitt von Print- und TV-Berichterstattung: In Summe 21 %. Der Equal Play Day 2026 fällt somit auf den 18. März.
- Erstellt von MediaAffairs im Auftrag von win2day
- 82 % der Bildpräsenz im Untersuchungszeitraum beschäftigten sich mit männlichen Sportlern, ihren Erfolgen und Karrieren.
- Nur 18 % Bildpräsenzanteil bleiben für Sportlerinnen über.
- Eine langsame positive Entwicklung ist dennoch ersichtlich: In der Studie 2023/24 lag der Anteil von Sportler:innen gar nur bei 14 %.
Untersucht wurden knapp 13.000 Bilder in Printmedien, wobei neben der Anzahl auch die Bildgröße (Bildvolumen in cm²) ausschlaggebend war.
- Profisportlerinnen und Profisportler mit Behinderung sind in Massenmedien fast unsichtbar.
- Nur rund 0,8 % der Bilder in der Sportberichterstattung beschäftigen sich mit Geschichten, Erfolgen und Karrieren von Behindertensportler:innen.
- Es zeigt sich außerdem: Wenn Berichterstattung erfolgt, dann fast ausschließlich im Rahmen von Paralympischen Spielen – und diese gab es im Untersuchungszeitraum nicht.
Die fehlende Sichtbarkeit wirkt sich massiv auf Bekanntheitsgrad, Sponsoring oder finanzielle Situation der Sportler:innen aus, aber auch auf die Sichtbarkeit der Leistungen von Sportler:innen mit Behinderungen – und damit auf die Bewusstseinsbild und das gesellschaftliche Bild über Menschen mit Behinderung.
- Analysiert wurden rund 1.550 Stunden Sportübertragung im TV auf ORF1 und ServusTV – mit massiven Unterschieden.
- Im ORF entfallen 37 % der Sport-Liveübertragungszeit auf den Frauensport.
- Auf ServusTV entfallen nur 5 % auf Frauensport.
- Beide Sender haben im Vergleich zum Vorjahr ihren Frauenanteil in der Berichterstattung gesteigert (ORF von 31 % auf 37 %, ServusTV von 1 % auf 5 %)
Insgesamt liegt die Präsenz von Frauensport im TV bei 24 %. Das liegt auch daran, dass die sehr langen TV-Übertragungen auf Männersportdomänen entfallen, wie z. B. Formel 1 oder MotoGP. Es gibt nur wenige Sportarten mit hoher medialer Sichtbarkeit für Frauensport. Dazu zählen Ski Alpin, Biathlon und Skispringen. Die Frauenfußball-EM war im Untersuchungszeitraum ein besonders starker Treiber für mehr Frauensichtbarkeit.