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Die englische Premier League

Englische Premier League

Die erste Meisterschaft weltweit

Die Premier League ist die höchste Spielklasse im englischen Fußball, an der auch walisische Vereine – wie etwa zuletzt Swansea oder Cardiff City – teilnehmen können. Ausgetragen wird die Liga seit 1888, damals als erste organisierte Fußballmeisterschaft weltweit, bezeichnet wurde sie damals als „Football League First Division“.

1992 startete eine gemeinsam vermarktete Liga unter dem Branding „Premier League“, nachdem zuvor der englische Fußball vor allem durch das Hooligan-Problem und der darniederliegenden Wirtschaft am absteigenden Ast war. Die Premier League organisiert sich, stark vereinfacht gesprochen, als gemeinsames Unternehmen, an dem die 20 Teilnehmer praktisch Anteilseigner sind.

Englische Marketingmaschinerie

Alle Mannschaften profitieren von immer höheren, zentral verhandelten Verträgen. So stieß man in punkto TV-Vermarktung in neue Sphären vor, die selbst den in der Tabelle schlecht platzierten Vereinen einen wahren Geldregen bescheren. Vier Mannschaften dürfen sich über weitere Einnahmen in der Champions League freuen. Drei Teams müssen zu Saisonende in die 2. Liga, die Championship, absteigen. Dort bekommen sie für drei Jahre einen finanziellen Fallschirm mit auf den Weg, damit die Vereine ihre Ausgaben, wie zum Beispiel die längerfristigen Spielverträge, bedienen können.

Die Fußballhauptstädte sind Manchester und Liverpool

Der Rekordmeister des englischen „Topflight“ (so bezeichnet der Brite die höchste Spielklasse, unabhängig der Ligabezeichnung) ist Manchester United, das mit 20 Titeln vor dem FC Liverpool (18) liegt. Ryan Giggs als Spieler und Trainer Sir Alex Ferguson bejubelten davon jeweils 13 Titel. Erst fünfmal gab es in der langen Geschichte einen „Serienmeister“, also eine Mannschaft die dreimal in Folge die Liga gewinnen konnte. Dies waren zweimal Manchester United, sowie je einmal Liverpool, Arsenal und Huddersfield.

24 verschiedene Meister

Schon 120-mal wurde auf der Insel ein Fußballchampion ermittelt, 24 verschiedene Teams haben den Meisterpokal im Vereinsmuseum ausgestellt. Die längste Zeitspanne durfte sich Aston Villa als Rekordmeister bezeichnen. Das Gründungsmitglied aus Birmingham führte die Wertung von 1899 bis 1935 36 Jahre lange an. Die ersten beiden ausgetragenen Meisterschaften gewann Preston North End.

Insgesamt wurde in 19 verschiedenen Städten schon eine Meisterschaft gefeiert. Die Rekordmannschaften sind dabei Manchester United (20), FC Liverpool (18), FC Arsenal (13), FC Everton (9) und Aston Villa (7). Es folgen der AFC Sunderland, FC Chelsea und Manchester City mit sechs Titeln. Dahinter Newcastle United und Sheffield Wednesday (je vier), Blackburn Rovers, Huddersfield Town, Leeds United und die Wolverhampton Wanderers (je drei). Doppelmeister dürfen sich Derby County, FC Burnley, FC Portsmouth, Preston North End und Tottenham Hotspur nennen. Einmal feierten Ipswich Town, Leicester City, Nottingham Forest, Sheffield United und West Bromwich Albion den Titelgewinn.

Die ewige Tabelle

*Stand 01.01.2020

Platz Team Sp S U N T GT Pt  
1. Liverpool FC 4.153 1.954 1.032 1.167 6.915 5.016 6.894  
2. Arsenal FC 4.154 1.891 1.066 1.197 6.891 5.220 6.739  
3. Everton FC 4.538 1.844 1.139 1.555 7.050 6.285 6.671  
4. Manchester United 3.798 1.818 935 1.045 6.544 4.827 6.389  
5. Aston Villa 4.090 1.648 971 1.471 6.633 6.113 5915  
6. Manchester City 3.640 1.465 875 1.300 5.745 5.240 5.270  
7. Tottenham Hotspur 3.414 1.418 826 1.170 5.395 4.776 5.080  
8. Chelsea FC 3.418 1.397 878 1.143 5.244 4.783 5.069  
9. Newcastle United 3.484 1.344 844 1.296 5.224 5.039 4.876  
10. Sunderland AFC 3.340 1.260 780 1.300 5.143 5.121 4.560  

Nicht nur in Bezug auf Meistertitel, auch in der ewigen Tabellen dominieren vor allem die Städte Liverpool und Manchester, London folgt dahinter. Also jene Fußballdestinationen, die auch dieser Tage das Maß aller Dinge auf der Insel sind. Die ersten Neun der ewigen Tabelle sind auch heute in der englischen Premier League aktiv.

In der ewigen Tabelle dominiert die Beatles-Stadt in zwei Kategorien. So hat der FC Everton mit 4.538 Partien in 117 Spielzeiten die meisten Partien am Konto. Der Lokalrivale FC Liverpool führt trotz deutlich weniger Spielen die ewige Tabelle nach Punkten (alle umgerechnet auf die 3-Punkte-Regel) an. Keine Mannschaft schaffte es, seit 1888 alle Saisonen in der höchsten englischen Spielklasse zu absolvieren, nur wiederum die Stadt Liverpool stellte zumindest immer einen Teilnehmer in der höchsten Klasse. Seit 1919 und damit schon seit 94 Saisonen spielt der FC Arsenal durchgängig in der höchsten englischen Liga, so lange wie kein anderer Verein.

Während der beiden Weltkriege pausierte die Lederkugel insgesamt für elf Saisonen. Insgesamt spielten bereits 65 verschiedene Mannschaften im englischen Oberhaus, davon zwei aus Wales (Swansea und Cardiff). Der letzte Neuzugang in dieser Riege ist der AFC Bournemouth, die Cherries stiegen 2015 auf. Die Fahrstuhlmannschaft der Liga ist Birmingham City, die jeweils 12-mal auf- und abstiegen.

Rekordspieler in der Premier League

  • Peter Shilton (848 Spiele):
    Englands Nummer 1 der 70ger und 80ger stand bei 848 Ligaspielen im Kasten. Zuerst spielte Peter Shilton ab 1967 bei seinem Jugendclub Leicester, dann bei Nottingham, Derby und Southampton. 
  • John Hollins (714 Spiele):
    Seine Karriere begann der defensive Mittelfeldspieler John Hollins 1963 bei Chelsea und blieb der Hauptstadt fortan treu: Er wechselte zu QPR und Arsenal. Einen Einsatz durfte Hollins auch im Nationalteam verzeichnen.
  • Ray Clemence (710 Spiele):
    Der Torhüter Ray Clemence debütierte 1967 für Liverpool und bestritt 470 Spiele für die „Reds“ zu deren erfolgreichsten Zeit. Teil 2 seiner Karriere verbrachte der 61-fache Teamspieler bei Tottenham Hotspur.

In der Premier League absolvierte Gareth Barry mit bislang 653 die meisten Einsätze. Schafft der 38-Jährige mit West Bromwich den Klassenerhalt, könnte er in der nächsten Saison seine Bilanz sogar noch weiter ausbauen. Im „600er-Klub“ folgen noch Ryan Giggs (632) und Frank Lampard (609). Der ausdauerndste aktive Premier-League-Spieler ist James Milner mit 532 Einsätzen.

In der Saison 1964/65 wurden zwei Allzeitrekorde aufgestellt: Für den AFC Sunderland debütierte Derek Foster im Alter von 15 Jahren und 185 Tagen, während in der gleichen Saison Stanley Matthews für Stoke City mit 50 Jahren und 5 Tagen auflief. Die längste Torsperre hält Edwin van der Saar. Der Niederländer in Diensten von Manchester United konnte in der Saison 2008/09 für ganze 1.311 Minuten nicht bezwungen werden.

Die Rekordtorschützen

Seit 1888:

  • Jimmy Greaves (357 Tore):
    Der 57-fache englische Teamspieler Jimmy Greaves traf zwischen 1957 und 1972 in 516 Spielen für Tottenham 220-mal und für Chelsea 132-mal. Mit sechs Torjäger-Kanonen holte Greaves so viele wie kein anderer.
  • Steve Bloomer (314 Tore):
    Zwischen 1892 und 1914 traf der englische Teamspieler Steve Bloomer in 536 Spielen 314-mal, vor allem für seinen Jugendklub Derby. Bloomer verstarb 1938 an den Folgen einer Bronchitis.
  • Dixie Dean (310 Tore):
    Die Everton Legende Dixie Dean erzielte in 362 Spielen zwischen 1924 und 1938 310 Tore. Der Mittelstürmer verstarb 1980 im Goodison Park an einer Herzattacke, während dem Derby gegen den FC Liverpool.

Seit 1992:

  • Alan Shearer (260 Tore):
    Nach seinem Wechsel von Southampton zu Blackburn, erzielte Alan Shearer dort 112 Tore. Die restlichen 148 Treffer gingen auf das Konto von Newcastle, wo er zur Legende aufstieg. 260 seiner 283 Ligatore erzielte er unter der Marke „Premier League“.
  • Wayne Rooney (208 Tore):
    Seine Karriere begann und beendete der Wayne Rooney bei seinem Jugendklub Everton. Dazwischen netzte er für Manchester United 183-mal. Als aktiver Spielertrainer beim Zweitligisten Derby könnte er in der kommenden Saison sein Torkonto sogar noch erhöhen.
  • Andrew Cole (187 Tore):
    Andy Cole hatte seine große Zeit Ende der 90er bei Manchester United, wo er 93 Treffer erzielte. Seine weiteren Stationen waren Newcastle und Blackburn. Das Teamdress durfte er trotz der vielen Ligatore nur 15-mal überstreifen, wobei er nur einen Treffer erzielen konnte.

Die höchsten Siege

  • West Bromwich Albion 12:0 Darwen (1892):
    In den ersten Ligajahren waren höhere Ergebnisse durch die großen Leistungsunterschiede keine Seltenheit. Das 12:0 sollte sich bis heute aber nur einmal wiederholen, ...
  • Nottingham Forest 12:0 Leicester Fosse (1909):
    … nämlich 17 Jahre später als Nottingham Leicester Fosse mit 12:0 aus dem „City Ground“ ballerte.
  • Leicester City 6:6 Arsenal (1930):
    Ebenfalls zwölf Treffer, jedoch keinen Sieger, bescherte das Rekordremis. 1930 trennten sich Leicester City und Arsenal 6:6.

Ein historisches Ergebnis liegt noch nicht sehr lange zurück und hat auch einen rot-weiß-roten Anstrich: Am 25. Oktober 2019 verlor Southampton mit Coach Ralph Hasenhüttl zuhause gegen Leicester mit 0:9, was die höchste Heimniederlage aller Zeiten darstellte. Im März 1995 gelang Manchester United ebenfalls ein 9:0 gegen Norwich, allerdings vor heimischem Publikum. Damit halten die Red Devils den Rekord für den höchsten Heimsieg in der Premier League.

Die meisten Tore in einem Spiel fielen beim 12:2 von Aston Villa gegen FC Accrington 1892 und beim 10:4-Sieg der Tottenham Hotspur über Everton 1958. Sechs Tore erzielt und trotzdem verloren: Dieses Missgeschick passierte Huddersfield 1957 beim 6:7 gegen Charlton.

Volles Häuser zu allen Zeiten

  • Tottenham vs. Arsenal (2018, 832.222 Zuschauer):
    Die „Spurs“ wichen während des Stadionbaus ins Wembley Stadium aus. Ausverkauft war zwar kein Spiel, beim Londoner Derby waren aber kaum mehr Plätze frei.
  • Chelsea vs. Arsenal (1935, 82.905 Zuschauer):
    Die meisten (protokollierten) Zuschauer in einem „First-Divison-Spiel“ kamen 1935 an die Stamford Bridge, um ebenfalls einem Londoner Derby beizuwohnen.
  • Manchester United vs. Arsenal (1948, 81.962 Zuschauer):
    Ausgerechnet im Stadion des Lokalrivalen Manchester City absolvierte United das Rekordspiel der Stadt. Das Old Trafford war damals ob der Folgen des Zweiten Weltkrieges unbespielbar.

1989 kam es beim FA Cup Spiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest im Hillsborough Stadion von Sheffield zur Tragödie. 96 Fans der „Reds“ verstarben nach einer Massenpanik in den überfüllten Stehplatzsektoren. Dieses Unglück war der letzte Schritt zur Stadionrevolution auf der Insel. Fortan waren die Stadien nur noch mit Sitzplätzen und ohne Zäune bestückt. Dementsprechend sanken die Stadionkapazitäten in der Premier League. Das größte Stadion auf der Insel ist weiterhin Manchester Uniteds „Old Trafford“ mit Platz für 74.879 Fans.

Die teuersten Transfers

Verkäufe

MEHR INFOS
  • Philippe Coutinho (€ 120 Mio.):
    Im Winter 2018 klappte der Wechsel des brasilianischen Spielmachers nach Spanien. Dem ging eine mehrmonatige Causa voraus, mittlerweile ist der Spielmacher zum FC Bayern München verliehen.
  • Eden Hazard (€ 100 Mio.):
    Der Belgier wurde im vergangenen Sommer von Chelsea zu den „Königlichen“ gelotst. Der Offensivmann galt als absoluter Wunschspieler von Trainer Zinedine Zidane.
  • Gareth Bale (€ 100 Mio.):
    Der Waliser wechselte 2013 von Tottenham Richtung Madrid. Mit den kolportieren 100 Millionen stellte der Flügelstümer einen neuen internationaler Transferrekord auf.

Durch die massiven Einnahmen aus der zentralen TV-Vermarktung, haben sich auch die Gehälter und die Preise für die Ablöse der Spieler stetig erhöht. In der Premier League investieren auch klassische „Mittelständer“ verhältnismäßig hohe Millionensummen in neues Personal. Somit war der Transfersaldo seit Einführung der Premier League in jeder Saison negativ, es wurde also mehr in neue Spieler investiert als durch Abgänge in die Kassen gespült wurde. In der Saison 2018/19 betrug diese Differenz laut offiziellen Angaben erstmals mehr als eine Milliarde Euro. 1,65 Milliarden Euro wurden für die Zugänge gezahlt, eine knappe halbe Milliarde kam durch Spielerverkäufe wieder hinein.

Einkäufe

MEHR INFOS
  • Paul Pogba (€ 105 Mio.):
    Der in Manchester ausgebildete Franzose wechselte 2012 zu Juventus, wo sein großer Durchbruch gelang. 2016 holten die Red Devils Pogba für die höchste je in England bezahlte Transfersumme auf die Insel zurück.
  • Harry Maguire (€ 87 Mio.):
    Auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger wurde Manchester United 2019 bei der ehemaligen Meistermannschaft Leicesters fündig. Der englische Abwehrchef ist der teuerste Verteidiger und gleichzeitig der teuerste ligainterne Transfer.
  • Romelu Lukaku (€ 85 Mio.):
    Der bullige Angreifer wurde 2017 von Everton verpflichtet. Das Preisschild wirkte stets etwas zu hemmen, den hohen Erwartungen wurde der Belgier zu selten gerecht. Im Sommer wechselte er zu Inter, das den Großteil der investierten Summe (80 Millionen Euro) überwies.