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Die italienische Serie A

Frisch aus der Krise

Die Serie A ist die höchste Spielklasse im italienischen Fußball. Seit der Saison 2004/05 umfasst das Feld wieder 20 Mannschaften, nachdem die Liga zuvor mehrmals die Teilnehmerzahl adaptierte. Rekordmeister ist der amtierende Serienchampion Juventus Turin. Schon seit 1898 wird ein italienischer Meister ermittelt. Zuerst nur in einer Art Finalturnier der einzelnen Regionalverbände, seit 1929 gibt es die landesweite Liga mit Hin- und Rückspielen.

Ab dem Beginn des neuen Jahrtausends drohte das Fußballland Italien seinen Stellenwert in Europa mehr und mehr zu verlieren. Wettskandale, ausbleibende Fans in den vielerorts veralteten Stadien und wirtschaftliche Probleme der Spitzenklubs führten zur größten fußballerischen Krise im an sich fußballverrückten Land. Nicht zuletzt mit dem Weltmeistertitel 2006, einigen Investitionsoffensiven, sowie neuen, zahlungskräftigen Eigentümern, schaffte die Serie A zuletzt den Turnaround und etablierte sich in Europa als vierte Kraft hinter Spanien, England und Deutschland.

Die aktuellen Quoten und Wetten der italienischen Serie A:

Dauerbrenner Inter Mailand

Durch den Zwangsabstieg von Juventus Turin im Jahr 2006 ist Inter Mailand der einzige Klub, der in allen 88 Saisonen der Serie A vertreten war. Mit 17 Siegen in Folge in der Saison 2006/07 hält man auch die längste Erfolgsserie, der Lokalrivale AC Milan hält dagegen den Rekord mit 58 ungeschlagenen Partien in Folge. Insgesamt nahmen bislang 67 Vereine an der höchsten italienischen Liga teil, der letzte Frischling war Benevento Calcio. Das Fahrstuhlteam der Liga ist Brescia Calcio. Das Team für das auch der Österreicher Markus Schopp seine Schuhe schnürte, stieg jeweils 12-mal auf und ab.

Von Jungspunden zu Methusalem

Die Ehre, als jüngster Spieler debütiert zu haben, teilen sich zwei Spieler: Beide feierten ihren ersten Einsatz mit exakt 15 Jahren und 280 Tagen: Pietro Pellegri 1893 für den CFC Genua und Amadeo Amadei 1937 für den AS Rom. Der Rekord für den Methusalem liegt dagegen noch nicht so lange zurück: Marco Ballota kickte 2008 noch mit 44 Jahren und 38 Tagen für Lazio Rom. Den Torhüter-Individual-Rekord staubt Gianluigi Buffon ab, der in der Saison 2015/16 974 Minuten lang nicht bezwungen werden konnte und in seiner Karriere schon 294-mal „zu 0“ spielte.

23 unterschiedliche Meister

23 verschiedene Klubs aus zwölf Städten bzw. neun verschiedenen Regionen gewannen bislang den „Scudetto“ (so wird der Meisertitel umgangssprachlich bezeichnet). Turin mit Juventus und dem AC Torino (hierzulande zumeist FC Turin genannt) ist die erfolgsverwöhnteste Fußballstadt Italiens. In die dazugehörige Region Piemont gingen mit den beiden Turiner Klubs sowie Vercelli, Casale und Novese mit Abstand die meisten Meisterpokale des italienischen Vereinsfußballs. Seit 2012 gewann nur mehr Juventus die Liga, womit die Alte Dame mit acht Titeln en suite die längste Meisterserie aller Zeiten verbuchen darf. Keeper Gianluigi Buffon stemmte als Spieler mit Juventus neunmal, Giovanni Trappatoni als Trainer mit Juventus und Inter siebenmal den Meisterpokal in die Höhe. 

Der jeweilige Titelträger darf in der kommenden Saison den „Scudetto“, ein Wappen in den italienischen Nationalfarben, am Trikot tragen. Für zehn gewonnene Titel gibt es, wie es im internationalen Fußball allgemein üblich ist, einen Stern für das Wappen. Drei Sterne schmücken das Emblem von Juventus Turin (35 Meistertitel), je einen haben sich der AC Mailand und Inter Mailand mit je 18 Erfolgen erspielt. CFC Genua folgt mit neun Meisterschaften, der FC Turin, FC Bologna, FC Pro Vercelli (je 7) und der AS Roma mit drei Titeln. Doppelmeister dürfen sich der SSC Neapel, Lazio Rom und der AC Florenz nennen. Einmal feierten bislang Cagliari Calcio, AS Casale, Sapdoria Genua, US Novese und Hellas Verona.

Rekordspieler in der Serie A

  • Gianluigi Buffon (647 Spiele):
    Seit 1995 bestreitet der mittlerweile 41-jährige und 176-fache Teamkeeper Gianluigi Buffon 24 Saisonen für Parma und Juventus. Nach einem Abstecher zu Paris SG, kehrte Buffon im Sommer 2019 zu Juventus zurück.
  • Paolo Mandini (647 Spiele):
    Der fünffache Champions-League-Sieger Paolo Maldini bestritt alle Spiele seiner Karriere für den AC Milan (1984-2009). Der Abwehrchef erzielte dabei 29 Tore für die Rossoneri und streifte sich 126-Mal das Teamtrikot der Squadra Azzurra über.
  • Francesco Totti (619 Spiele):
    Platz 3 geht mit Francesco Totti auch an einen „Ein-Klub-Spieler“. 25 Saisonen mit 250 Toren bestritt Totti für die AS Roma. Seine erfolgreiche Visitenkarte: Torschützenkönig der Serie A, Gewinner des Goldenen Schuhs, italienischer Meister und Cupsieger. Und last but not least: Weltmeister 2006.

Die Rekordtorschützen

Seit 1911:

  • Silvio Piola (274 Tore):
    Zwischen 1930 und 1954 erzielte Silvio Piola alias „Silvio Gol“ den Großteil seiner Tore für Lazio Rom (143). Den Rest für Pro Vercelli, FC Turin, Juventus und zuletzt Novara Calcio. Sein Markenzeichen war der perfektionierte Fallrückzieher.
  • Gunnar Nordahl (225 Tore):
    Platz 2 in der ewigen Schützenliste gehört Franceso Totti, der die meisten Treffer in der fußballerischen „Neuzeit“ erzielte. Der Offensivmann traf als einziger Spieler in 23 Saisonen hintereinander jeweils mindestens einmal. Dazu hält er mit 71 verwandelten Elfmetern den Rekord vom Strafstoßpunkt.
  • Giuseppe Meazza (216 Tore):
    Der Schwede Gunnar Nordahl erzielte zwischen 1949 und 1956 210 Treffer für den AC Milan, danach noch 15 für die AS Roma. Der Olympia-Goldmedaillengewinner gewann als einziger Spieler fünfmal die italienische Torjägerkrone.

Seit 1980:

  • Francesco Totti (250 Tore):
    In der Neuzeit des italienischen Fußballs mit Abstand der beste Torschütze: Francesco Totti.
  • Antonio di Natale (209 Tore):
    Rund um die Jahrtausendwende gelang dem Neapolitaner Antonio di Natale in Empoli der Durchbruch. Die ganz große Karriere machte der 42-fache Teamstürmer dann bei Udinese Calcio, wo er in 385 Spielen insgesamt 191 Treffer bejubeln durfte.
  • Roberto Baggio (205 Tore):
    Die tragische Figur der Weltmeisterschaft 1994 heißt Roberto Baggio. Er verschoss den entscheidenden Elfmeter im Finale. Dennoch spielte für Florenz, Juventus, AC Mailand, Bologna, Inter und zuletzt Brescia groß auf. „Il Divin Codino“ (das göttliche Zöpfchen) wurde 1993 sowohl Weltfußballer als auch Europas Fußballer des Jahres.

In der Saison 1923/24 wird der Österreicher Heinrich Schönfeld mit 22 Toren für Torino als Torschützenkönig geführt, so wie vier Jahre später sein Landsmann Anton Powolny in Diensten Inter Mailands. 6 Tore in einem Spiel gelangen bislang Silvio Piola 1933 für Pro Vercelli und Omar Sivori 1961 für Juventus Turin. Die meisten Tore in einer Saison erzielte der AC Turin 1947/48 mit 125 Volltreffern.

Auf einen Spieler bezogen hält Gonzalo Higuain den Rekord mit 36 Toren in der Saison 2015/16 für den SSC Neapel. Der aktuell gefährlichste und noch aktive Angreifer ist Fabio Quagliarella von Sampdoria Genua, der sich bislang 158-Mal in die Torschützenliste der Serie A eintragen konnte. Die gefährlichsten Allzeit-Freistoßschützen sind Siniša Mihajlović und Andrea Pirlo mit je 28 direkt verwandelten ruhenden Bällen.

Die höchsten Siege

  • FC Torino 10:0 US Alessandria (1948):
    Beim Rekordsieg fielen in der letzten Viertelstunde die Gäste komplett auseinander und kassierten noch sechs Gegentore, womit es den einzigen zweistelligen Sieg in der Serie A gab.
  • AC Milan 9:3 Atalanta Bergamo (1972):
    Zu Beginn der Saison 1972/73 brachen im Mailänder Meazza-Stadion alle Dämme. Zwölf Treffer in einer Partie, so viele sollten im Land des „Catenaccios“ bis heute nicht mehr fallen.
  • Atalanta Bergamo 4:7 AC Milan (1950):
    Erneut sind Bergamo und der AC Milan an der Torflut beteiligt: Sieben Treffer in Bergamo erzielten die Rossoneri, Tage später gewann man daheim mit 9:2 gegen Novara Calcio.

Für die Kategorie „höchste Siege“ finden sich noch sieben weitere 9:1-Siege in den Geschichtsbüchern. Ergebnisse mit elf Treffern sollte es in der Serie A auch immer wieder geben. Das torreichste Remis datiert aus dem Jahr 1941, als sich der FC Turin und Inter Mailand mit 5:5 trennten.

Die teuersten Transfers

Verkäufe

MEHR INFOS
  • Paul Pogba (€ 105 Mio.):
    Der in Manchester ausgebildete undspätere französische Weltmeister kehrte 2016 von Juventus auf die Insel zurück. 2012 holte man das in England zuerst verkannte Talent ablösefrei nach Turin.
  • Gonzalo Higuaín (€ 90 Mio.):
    Die Pogba-Erlöse reinvestierte Juve umgehend für den teuersten ligainternen Transfer. Vom Konkurrenten SSC Neapel holte man den argentinischen Toptorjäger und sicherte so die Vorherrschaft in der Liga zusätzlich ab.
  • Zinedine Zidane (€ 77,5 Mio.):
    2001 markierte ein Transfer eine Zeitenwende. Der damals wohl beste Spieler der Welt wechselte für 77,5 Millionen Euro zu den Königlichen und pulverisierte damit die damals üblichen Transfersummen.

Die Spielverkäufe kratzten in den letzten Saisonen laut offiziellen Statistiken stets an der Milliarden-Euro-Marke. Lange Zeit war man ligaweit nur leicht im Minus, in der jüngeren Vergangenheit wurde deutlich mehr investiert, weshalb der Negativsaldo jeweils über 300 Millionen Euro ausmachte.

Einkäufe

MEHR INFOS
  • Cristiano Ronaldo (€ 100 Mio.):
    Ein Transferkracher gelang dem Rekordmeister Juventus Turin im Sommer 2018. Damals wurde der damals 33-Jährige fünffache Weltfußballer von Real Madrid in die Serie A gelotst.
  • Gonzalo Higuaín (€ 90 Mio.):
    Der bei den Verkäufen schon erwähnte teuerste ligainterne Transfer schaffte es auch bei den Spielereinkäufen in die Top 3.
  • Romelu Lukaku (€ 85 Mio.):
    Im Sommer 2019 spendierten die chinesischen Eigentümer Inter Mailands ihrem Neo-Coach Antonio Conte zum Einstand den belgischen Topscorer.

Gerade in den letzten Jahren begannen vor allem die italienischen Topklubs, ihre Brieftaschen zu öffnen. So konnte man in der durch die englische Liga und den Big Playern aus Spanien angeheizte Transferspirale mitbieten. Auch durch neue und zahlungskräftige Eigentümer wurden Geldquellen frei, um wieder teurere Spieler in das Land des dreifachen Weltmeisters zu lotsen.

Im Vergleich zu einigen anderen großen Ligen wurden in Italien aber auch schon um die Jahrtausendwende immer wieder hohe Ablösesummen bezahlt, die einige Klubs später vor finanzielle Probleme stellen sollten. So war etwa der Transfer von Hernán Crespo um fast 57 Millionen Euro von Parma zu Lazio der fünftteuerste Transfer der Ligageschichte. Nur ein Jahr später, vor der Saison 2001/02, folgten teure Transfers von Buffon, Mendieta, Rui Costa, Nedved, Inzaghi und Thuram. Erst in den darauffolgenden Jahren bremsten sich die Italiener wieder ein wenig ein. Der teuerste Transfer aus der Zeit vor der Jahrtausendwende fand im Jahr 1999 statt, als Christian Vieri um 46 Millionen Euro von Lazio zu Inter wechselte.

Dass das Geld in Italien auch früher locker saß, weiß man auch in Österreich: 1983 wechselte Walter Schachner um umgerechnet fast vier Millionen Euro von Cesena zum FC Torino. Zwei Jahre davor hatte die Wiener Austria nur etwa zehn Prozent dieser Summe bekommen. Ebenfalls in den 80er-Jahren wechselten Toni Polster und Herbert Prohaska um Millionenbeträge nach Italien, in beiden Fällen aber direkt aus Wien-Favoriten.

Die ewige Tabelle

*Stand 01.01.2020

Team Sp S U N T GT Pt  
1. Juventus Turin 2.946 1.619 803 524 5.156 2.771 5.660  
2. Inter Mailand 2.985 1.482 827 676 5.008 3.086 5.273  
3. AC Milan 2.922 1.402 862 658 4.756 3.003 5.030  
4. AS Roma 2.938 1.233 884 821 4.289 3.309 4.583  
5. ACF Fiorentina 2.762 1.092 844 826 3.838 3.181 4.075  
6. SSC Napoli 2.484 985 776 723 3.334 2.836 3.731  
7. Lazio Roma 2.623 991 772 860 3.625 3.256 3.712  
8. Torino FC 2.554 951 825 778 3.427 2.977 3.677  
9. Bologna FC 2.470 882 770 818 3.226 3.003 3.408  
10. Sampdoria Genua 2.144 717 677 750 2.682 2.706 2824  

Die ewige Tabelle wird von Rekordmeister Juventus Turin angeführt. Dahinter folgen die beiden Mailänder Klubs Internazionale und der AC Milan. Das Duell um die Vormachtstellung in der Hauptstadt Rom entscheidet die AS Roma mit deutlichem Vorsprung gegenüber Lazio für sich.

Charakteristisch ist das ausgeprägte Nord-Süd-Gefälle. Der wirtschaftlich stärkere Norden Italiens gibt auch im Fußball klar den Ton an, während sich einzig der SSC Neapel in der Vergangenheit wie in der Gegenwart als einziger ernstzunehmender Herausforderer aus dem Süden in der Spitzengruppe festsetzen konnte.