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Die Fußball-EM 2020

Europameisterschaft im Verzug

Ursprünglich hätte die Fußball-Europameisterschaft im Juni und Juli 2021 stattfinden sollen, doch die COVID-19-Pandemie machte allen Fußballfreunden einen Strich durch die Rechnung, könnte für manche Teams und Spieler jedoch zum Vorteil werden. Die Vorfreude auf die um ein Jahr verschobene Endrunde wird bei den Fußballfans nun von Tag zu Tag größer, denn ein Fußball-Großereignis stellt gerade in diesen Zeiten eine höchst willkommene Abwechslung dar und kann zudem als Zeichen verstanden werden, dass langsam ein Stück Normalität zurückkehrt und dass sich die Welt trotz des Coronavirus weiterdreht. Wir blicken in den folgenden Zeilen auf die Besonderheiten der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft, wobei wir neben den teilnehmenden Mannschaften, den Spielorten und den Turnier-Favoriten natürlich auch die Gruppe des österreichischen Nationalteams unter die Lupe nehmen.

Neuer Modus

Zwischen dem 11. Juni und dem 11. Juli 2021 werden die 24 besten Mannschaften Europas im Rahmen der 16. Fußball-Europameisterschaft den EM-Titel untereinander ausspielen. Das besondere an dieser Endrunde ist nicht nur die Verschiebung des Turniers um ein Jahr, sondern auch der außergewöhnliche Austragungsmodus. Am 6. Dezember 2012 entschied die UEFA unter dem damaligen Präsidenten Michel Platini, dass die Veranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum nicht nur in einem oder zwei Ländern stattfinden soll, sondern dass gleich mehrere Nationen in den Genuss der Rolle des Veranstalters kommen sollen. Ende 2017 legte die UEFA die Spielorte endgültig fest und verlautbarte, dass das Turnier in zwölf verschiedenen Städten über die Bühne gehen wird.

Die zwölf Spielorte der Europameisterschaft 2020

In jedem der zwölf Stadien werden zumindest drei Gruppenspiele und eine Partie des K.O.-Modus stattfinden. Der Hampden Park in Glasgow (52.000 Zuschauer), das Estadio de San Mamés in Bilbao (50.000), die Johan-Cruyff-Arena in Amsterdam (54.990), die Puskás Aréna in Budapest (67.155), die Arena Națională in Bukarest (55.600) und der Parken in Kopenhagen (38.190) werden neben den drei Gruppenspielen jeweils ein Achtelfinale austragen. Im Sankt Petersburger Krestowski-Stadion (69.501), im Römer Olympiastadion (72.689), in der Münchner Allianz Arena (70.000) und im Nationalstadion Baku (69.870) findet neben den drei Gruppenspielen jeweils ein Viertelfinale statt.

Die meisten und wichtigsten Partien des Turniers bekam das Londoner Wembley-Stadion zugesprochen, wo neben den drei Gruppenspielen und einem Achtelfinale auch die beiden Halbfinalpartien und schließlich das große Finale stattfinden wird. Mit einem Fassungsvermögen von 90.652 Zuschauern ist das im März 2007 neu eröffnete Wembley-Stadion auch die größte Arena der Fußball-Europameisterschaft 2020.

Die Teilnehmer der Europameisterschaft 2020

Im Jahr 2019 fanden die Qualifikationsspiele für die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft statt. 20 Nationen sicherten sich auf diesem Weg die Teilnahme am Großereignis, die restlichen vier Plätze werden im Spätherbst 2020 über die Playoff-Partien der Nations League ausgespielt. In den Qualifikationsgruppen leisteten sich die ganz großen Favoriten des Turniers kaum Umfaller und qualifizierten sich allesamt souverän für die Endrunde. Mit Belgien und Italien entschieden zwei Teams alle zehn Partien der EM-Qualifikation für sich. Die österreichischen Fußballfans blicken mit Freude der Europameisterschaft 2020 entgegen, da sich die Mannschaft von Teamchef Franco Foda ebenfalls für die Endrunde qualifizierte. In der Qualifikationsgruppe G erreichte die rot-weiß-rote Auswahl den zweiten Gruppenplatz hinter Polen und ließ Nordmazedonien, Slowenien, Israel und Lettland hinter sich. 

EM 2020: Favoriten und Wetten

Weltmeister als Topfavorit

Der aktuelle Weltmeister Frankreich wird bei der Europameisterschaft 2020 zum allerengsten Favoritenkreis zählen und bei den EM 2020 Wetten einer der beliebtesten Tipps sein. Die wichtigsten Leistungsträger der Équipe Tricolore befinden sich auch nach dem Weltmeisterschaftstitel 2018 im Kader, der über eine hervorragende Altersstruktur verfügt. Wer auf Weltstars wie Kylian Mbyappé, Paul Pogba, N'Golo Kanté, Anthony Martial und Antoine Griezmann zurückgreifen kann, wird bei jedem Großereignis in den kommenden Jahren als einer der ganz großen Favoriten in die Endrunde gehen. Trainer Didier Deschamps ist ein großer Taktiker und weiß wie man Trophäen gewinnt. Frankreich wird sowohl bei der Europameisterschaft 2020 als auch bei der Weltmeisterschaft 2022 als größter Favorit in das Turnier starten, was sich auch bei den Wettquoten widerspiegeln wird.

Belgiens letzte Chance, hungrige Löwen

Neben den Franzosen werden sich auch die Belgier berechtigte Hoffnungen auf ein erfolgreiches Abschneiden machen. Im Gegensatz zu Frankreich hat Belgien aber wahrscheinlich nicht mehr allzu viel Zeit für den ganz großen Wurf, da mehrere Leistungsträger wie Axel Witsel, Toby Alderweireld, Jan Vertonghen bereits über 30 Jahre alt sind und auch der 29-jährige Star der Mannschaft, Kevin De Bruyne, bald nicht mehr im besten Fußballeralter sein wird. Diese Sorgen muss sich Englands Trainer Gareth Southgate nicht machen, denn bei den Three Lions drängten sich in den vergangenen Jahren mit Akteuren wie Jadon Sancho, Trent Alexander-Arnold, Marcus Rashford, Declan Rice und Mason Mount eine Vielzahl an jungen Talenten ins Rampenlicht, sodass sich die englischen Fans in den kommenden Jahren durchaus Hoffnungen auf den ersten großen Titel seit der Weltmeisterschaft 1966 machen dürfen. Dass sich der Anteil der Legionäre in der Premier League in den letzten beiden Jahren ein wenig verringerte, ist ein weiteres gutes Zeichen für den englischen Fußball.

Strauchelnde Spanier

Spanien wird ebenfalls zum erweiterten Favoritenkreis gehören, auch wenn die goldenen Jahre vorbei sind. Zwischen 2008 und 2012 dominierte das spanische Nationalteam den internationalen Fußball und gewann zweimal den EM- und einmal den WM-Titel. In den letzten Jahren hielten sich die positiven Schlagzeilen jedoch in Grenzen, wobei insbesondere das frühe Ausscheiden bei der Weltmeisterschaft 2018 enttäuschend und vor allem selbstverschuldet war. Trainer Julen Lopetegui wurde damals zwei Tage vor dem ersten Gruppenspiel entlassen und Interimstrainer Fernando Hierro konnte die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen. Aktuell fehlen außergewöhnliche Spieler wie Xavi und Iniesta der spanischen Auswahl, die nicht mehr so dominant wie in früheren Zeiten auftritt.

Taumelnde Deutsche

Die deutsche Nationalmannschaft ist neben der spanischen Auswahl mit drei Europameistertitel der Rekordhalter der EM-Geschichte. Das Team von Trainer Jogi Löw wird dennoch nicht zu den unmittelbaren Favoriten gehören, da „die Mannschaft“ seit längerer Zeit in einer Sinnkrise steckt. Auch zwei Jahre nach der desaströsen Weltmeisterschaft 2018, als die Deutschen in einer relativ einfachen Gruppe mit Mexiko, Schweden und Südkorea nur auf dem letzten Platz landeten, ist keine relevante Steigerung in Sicht und von Aufbruchstimmung keine Spur. Seit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 ging es mit der deutschen Auswahl stetig bergab und der EM-Titel wäre eine Überraschung.

Titelverteidiger als Geheimfavorit

Mit Portugal, Italien und den Niederlanden dürfen sich weitere Nationalmannschaften Hoffnungen auf den Gewinn der Europameisterschaft 2020 machen. Wetten auf Geheimfavorit Portugal erscheinen dabei besonders interessant, da die Seleção insbesondere in der Offensive über außergewöhnliche Spieler verfügt. Neben Superstar Cristiano Ronaldo, dem man nach wie vor sein Alter nicht ansieht, stehen mit João Félix, Bruno Fernandes, Bernardo Silva und Diogo Jota insbesondere in der Offensive zahlreiche internationale Klassespieler im Kader. Der 66-jährige Trainer Fernando Santos kann jedoch auch in der Abwehr auf hochkarätige Akteure zurückgreifen. Neben Manchester-City-Neuzugang Rúben Dias befinden sich auch die Außenverteidiger Raphaël Guerreiro und Nélson Semedo im besten Fußballer-Alter. Den Portugiesen ist es demnach durchaus zuzutrauen, dass sie den EM-Titel aus dem Jahr 2016 verteidigen, da sie in den letzten vier Jahren sogar an Qualität dazugewannen und nur sehr schwer zu bezwingen sind.

Österreich bei der Europameisterschaft 2020

Die österreichische Nationalmannschaft nahm bisher nur an zwei Europameisterschaften teil. Im Jahr 2008 war man als Gastgeber fix qualifiziert und acht Jahre später glückte unter Teamchef Marcel Koller zum ersten Mal auch sportlich die Qualifikation. Die Erfolge bei den beiden Endrunden fielen jedoch leider spärlich aus. Bei beiden Turnieren gelang den Österreichern in den Gruppenphasen jeweils nur ein Unentschieden und man schied ohne Sieg aus. Insbesondere 2016 waren die Ergebnisse nach der souveränen EM-Qualifikation eine herbe Enttäuschung.

Starker Kader, günstiges Los

Es spricht jedoch einiges dafür, dass die Europameisterschaft 2020 aus rot-weiß-roter Sicht erfolgreicher verlaufen wird. Sollten alle Leistungsträger bei der Endrunde fit sein, kann Teamchef Franco Foda auf einen tollen Kader mit vielen Stammspielern der deutschen Bundesliga zurückgreifen. Neben David Alaba entwickelten sich in den letzten Monaten Spieler wie Marcel Sabitzer, Konrad Laimer, Xaver Schlager und Christoph Baumgartner zu konstanten Leistungsträgern und Schlüsselspielern bei ihren Vereinen, sodass ein Aufstieg ins Achtelfinale nicht unrealistisch erscheint. Zudem spricht auch die relativ günstige Gruppenauslosung für eine EM-Wette auf das Erreichen des Achtelfinales.

Favorit Niederlande, Ukraine auf Augenhöhe

Der große Favorit in der Gruppe C sind die Niederlande, die unter dem ehemaligen Teamchef Ronald Koeman einen neuen Weg einschlugen und vermehrt auf junge Talente setzten. Der Europameister von 1988 verfügt auch unter dem neuen Trainer Frank de Boer über eine gesunde Mischung aus Routiniers wie Kapitän Virgil van Dijk, Daley Blind und Georginio Wijnaldum, sowie jungen Talenten wie Donyell Malen und Frenkie de Jong. Der zweite Gruppengegner der Österreicher, die Ukraine, sollte sich etwa auf Augenhöhe befinden. Die Mannschaft des ehemaligen Weltklasse-Stürmers und aktuellen Teamchefs Andriy Shevchenko besitzt aktuell nur wenig Strahlkraft und vertraut in erster Linie auf Spieler der heimischen Liga. Mit Oleksandr Zinchenko (Manchester City), Andriy Yarmolenko (West Ham United) und Ruslan Malinovskyi (Atalanta Bergamo) finden sich auch einige namhafte Legionäre im Kader, die jedoch nicht immer bei ihren Vereinen gesetzt sind.

Achtelfinale als Minimalziel

Der dritte Gegner der österreichischen Nationalmannschaft, gegen den die Mannschaft von Trainer Franco Foda die Gruppenphase in Bukarest eröffnen wird, muss erst noch ermittelt werden. Am 12. November spielen Georgien und Nordmazedonien im Playoff um den letzten verbleibenden Platz der Gruppe C. Egal wer sich von den beiden Teams qualifiziert, die ÖFB-Auswahl wird gegen beide Mannschaften der klare Favorit sein und muss das Auftaktspiel für sich entscheiden. 

Für alle rot-weiß-roten Fußballfans wäre es zu wünschen, dass die österreichische Nationalmannschaft bei der 16. EM-Endrunde mutig nach vorne spielt und insbesondere im Spiel gegen den Ball auf ihr intensives Pressing vertraut. Viele Spieler der heimischen Auswahl durchliefen die Red-Bull-Schule und sind es gewohnt den Gegner schon früh unter Druck zu setzen. Franco Fodas Mannschaft hat die Qualität nicht nur erfolgreichen, sondern auch modernen Fußball zu zeigen. Ein Aufstieg ins Achtelfinale muss als Ziel ausgegeben werden.