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Wiener Derby

SK Rapid Wien - FK Austria Wien

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Wiener Derby: Das Spiel zwischen dem SK Rapid Wien und dem FK Austria Wien

Wenn Rapid und die Austria aufeinandertreffen, dann ist vom großen Wiener Derby die Rede. Es ist nach dem Old Firm im schottischen Glasgow das am zweithäufigsten angepfiffene Derby Europas und durch den Abstieg der Glasgow Rangers im Jahr 2012 das am häufigsten durchgängig ausgetragene Derby Europas.

Ursprünge und Bedeutung

Der SK Rapid ist der ältere der beiden Klubs und hat seine Ursprünge in der Arbeiterbewegung, während der später gegründete FK Austria Wien seine Fans und Sympathisanten zumeist unter der bürgerlichen Bevölkerung, etwa in den traditionsreichen Wiener Kaffeehäusern, fand. Dementsprechend sind auch die typischen Spielweisen der beiden Teams gewachsen: Rapid stand stets für kämpferischen, körperbetonten und laufintensiven Fußball, während die Austria für ihre feinen Techniker bekannt war und vor allem versuchte, spielerische Lösungen zu finden, anstatt Siege durch körperlichen Einsatz zu erzwingen. Diese Herangehensweisen haben sich bis heute nicht verändert, wenngleich sie durch die Weiterentwicklung des Fußballs im Allgemeinen nach und nach verschwammen.

Die Bilanz des Wiener Derbys

Mittlerweile wurden etwa 330 Pflichtspiele zwischen Rapid und der Austria ausgetragen. Rapid hat in der Gesamtbilanz die Nase vorn und ist für die Austria nur durch eine beeindruckende Serie einzuholen. In der Geschichte des Wiener Derbys gab es immer wieder Phasen, in denen eines der Teams deutlich besser abschnitt. So hatte etwa die Austria in den 70er-Jahren merkliche Vorteile, während Rapid z. B. in den 50er-Jahren oder gegen Ende der 2000er das erfolgreichere Derby-Team war. 

Eine statistische Besonderheit, die im Gegensatz zur „gefühlten Wahrheit“ des Wiener Derbys steht, ist die Anzahl an Unentschieden. Fragt man einen Wiener Fußballfan vor einem Derby nach seinem Tipp, so hört man oft vom „typischen Derby-X“. Allerdings gibt es in Spielen zwischen Rapid und der Austria nur relativ selten Remis: 22 % aller Duelle endeten ohne Sieger, was im Vergleich zu vielen anderen Derbys der Fußballwelt wenig ist. Es ist ein Indiz dafür, dass beide Teams stets den Lucky Punch suchen und sich nicht mit einem Punkt zufriedengeben.

Große Spiele

In der weiter zurückliegenden Fußballvergangenheit ging es im Spiel zwischen Rapid und der Austria häufig um Titel oder zumindest die Tabellenspitze. Das hat sich in der jüngeren Vergangenheit verändert, weil andere Teams, wie etwa Red Bull Salzburg, die Vorherrschaft in der Österreichischen Bundesliga übernahmen. Die Frage nach der „Nummer Eins“ in der österreichischen Bundeshauptstadt ist aber nicht weniger brisant und wenn das Derby angepfiffen wird, geht es vor allem emotional um sehr viel, auch wenn beide Teams nur selten Meisterschalen oder Pokale in den Nachthimmel stemmen dürfen.

Meisterschaftsentscheidende Derbys liegen bereits viele Jahre zurück, dafür gab es umso mehr Finalspiele im ÖFB-Pokal – insgesamt derer neun, wobei Rapid vier und die Austria fünf gewinnen konnte. Eine der besondersten Derbysaisonen war die Spielzeit 1989/90, in der Rapid historische Siege einfahren konnte. Die Hütteldorfer besiegten die Veilchen dreimal mit den spektakulären Ergebnissen 4:1, 5:2 und 6:3. Das letzte Derby der Saison endete mit einem torlosen Remis. 

Anfang der 2000er-Jahre konnte die Austria in vier aufeinanderfolgenden Saisonen in Derbys unbesiegt bleiben. Kurios ist dabei, dass erst kurz davor eine ebenso vier Jahre dauernde Serie Rapids gebrochen wurde. Sowohl die Austria als auch Rapid hatten somit zwischen 1996 und 2005 jeweils eine Derbyserie, in der sie 17 Partien ungeschlagen blieben. Es sind bis heute die längsten Derbyserien der Geschichte.

Viele Tore, aber statistisch mit Vorsicht zu genießen

Durchschnittlich fielen in der gesamten Geschichte des Wiener Derbys unglaubliche 3,46 Treffer pro Partie, womit das Duell der beiden Wiener Großklubs eines der torreichsten Derbys Europas wäre. Allerdings muss diese Statistik in Relation gesetzt werden, da auch Derbys aus grauer Fußballvorzeit in sie einfließen. Würde man etwa die extrem torreichen 20er-, 30er- und 40er-Jahre aussparen, so würde dies den Torschnitt deutlich drücken. Wenn man beispielsweise nur die Jahre 2000 bis 2010 heranzieht, käme man auf einen recht niedrigen Torschnitt von 2,30 pro Spiel. Wiener Derbys sind demnach in letzter Zeit bei weitem nicht so spektakulär wie sie vor vielen Jahrzehnten waren, oder wie das spanischen El Clásico heute noch ist.

Skandale und Kontroversen

Das Wiener Derby wurde in seiner Geschichte immer wieder von verschiedenen Skandalen und Kontroversen begleitet, wie es bei vielen großen Derbys der Fall ist. In jüngerer Vergangenheit gab es immer wieder Fanausschreitungen, die etwa im Jahr 2011 zu einem Platzsturm und Spielabbruch im Gerhard-Hanappi-Stadion führten. Dennoch sind die Probleme mit Fans im Vergleich zu vielen anderen Derbys überschaubar.

Zudem kam es im Duell der Hütteldorfer mit den Veilchen immer wieder zu harten Zusammenstößen, vielen Ausschlüssen und heißen Rudelbildungen. Der bekannteste Ausschluss der jüngeren Vergangenheit betraf den australischen Austria-Torhüter Joey Didulica, der Rapid-Stürmer Axel Lawaree mit einem Kung-Fu-Kick niederstreckte und dem Rapidler mehrere Gesichtsverletzungen zufügte. Dies ist nur eines der drastischeren Beispiele für grobe Fouls im Wiener Derby, in denen selbst ansonsten disziplinierte Spieler mal hart in die Eisen steigen. Selbst Austria-Legende Matthias Sindelar und Rapid-Ikone Franz Binder wurden in je einem Derby ausgeschlossen – es war jeweils der einzige Ausschluss in der Karriere der beiden Topspieler.

Die großen Drei

Die meisten Einsätze für Rapid:

  • Peter Schöttel (50 Spiele): Rapids Derby-Rekordspieler Peter Schöttel steht in der Gesamtliste auf Rang 4, gewann allerdings nur knapp ein Drittel seiner Derbys. Der Abwehrspieler hat damit wie die meisten anderen Derby-Rekordler Rapids eine negative Derbybilanz.
  • Michael Konsel (49 Spiele): Nur ein Spiel weniger als Schöttel bestritt Michael Konsel, der in 49 Derbys zwischen den Pfosten stand. Konsel hatte dabei sogar eine noch schlechtere Bilanz als Schöttel und ging nur in 28 % seiner Derbys als Gewinner vom Platz.
  • Steffen Hofmann (48 Spiele): Rapids „Fußballgott“ Steffen Hofmann hat dank einer Einwechslung in seinem letzten Derby eine leicht positive Derbybilanz. Mit seinen zwölf erzielten Toren gegen den Erzrivalen ist er zudem ex aequo mit Toni Polster Vierter in der ewigen Derby-Schützenliste.

Erst in seinem letzten Wiener Derby verdrängte Steffen Hofmann Reinhard Kienast aus den Top 3 der ewigen Einsatzliste auf grün-weißer Seite. Kienast hat nun mit 47 gespielten Derbys die viertmeisten Einsätze gegen den FK Austria Wien. Der nächstbeste Legionär nach Hofmann ist übrigens der tschechische Stürmer René Wagner, der in 27 Derbys auf dem Platz stand und mit seinen acht Derby-Toren einen besseren Derby-Schnitt als Hofmann aufweist.

Die meisten Einsätze für Austria Wien:

  • Erich Obermayer (62 Spiele): Das Austria-Urgestein ist nicht nur der unangefochtene Derby-Rekordspieler, sondern auch der Spieler mit der höchsten Siegquote gegen den SK Rapid. Obermayer ging in 30 seiner 62 Derbys als Sieger vom Platz und erzielte gegen den Erzrivalen einen Treffer.
  • Robert Sara (60 Spiele): Ebenfalls nur ein Tor gegen Rapid erzielte Robert Sara. Der legendäre Defensivspieler der Wiener Austria stand in 60 Derbys auf dem Platz und steht seinem alten Weggefährten Obermayer damit nur um zwei Derbys nach. Sara gewann 27 seiner Spiele gegen Rapid.
  • Herbert Prohaska (54 Spiele): Der Jahrhundertfußballer der Austria stand in insgesamt 54 Derbys auf dem Platz und ist damit in der ewigen Bestenliste Dritter. Insgesamt jubelte Prohaska über sieben Tore gegen Rapid. Die vielen legendären Auftritte in der Wiener Stadthalle natürlich nicht miteingerechnet.

Die drei in Derbys aktivsten Austrianer sind damit auch die Spieler, die insgesamt an den meisten Wiener Derbys teilnahmen. Das Podium dieser Statistik ist somit ausschließlichen Spielern der Veilchen vorbehalten. Auf den weiteren Plätzen folgen zudem noch Franz Wohlfahrt und Anton Pfeffer mit je 49 Derby-Einsätzen, sowie Karl Daxbacher mit 42 Spielen gegen Rapid.

Die meisten Tore

  • Hans Krankl (21 Tore): Wer, wenn nicht der „Goleador“ sollte diese Wertung anführen? Krankl brachte es gegen die Austria in Meisterschaft und ÖFB-Cup auf 21 Derby-Tore, womit er mehr erzielte als jeder andere Spieler. Es ist nur eine von vielen Torschützenwertungen, die der spätere Teamchef für sich reklamieren kann.
  • Andreas Ogris (16 Tore): Der beste Austria-Torschütze der Derby-Geschichte ist Andreas Ogris, der gegen seinen Lieblingsgegner Rapid 16-mal traf. Ogris war nicht nur bekannt dafür, gegen Rapid immer besonders motiviert zu spielen, sondern war in Derbys auch immer wieder für prickelnde Infights und kleinere Skandale gut.
  • Zlatko Kranjcar (14 Tore): Der torgefährlichste Legionär der Derby-Geschichte war der Kroate Zlatko Kranjcar, der für Rapid 14 Tore gegen den Stadtrivalen beisteuerte. Kranjcar ist bis heute der Legionär, der die meisten Bundesligatore und auch die meisten Treffer in allen Wettbewerben zusammengerechnet erzielen konnte.

In diesem Fall beschränken wir uns auf die erzielten Tore seit der Gründung der österreichischen Bundesliga. Andernfalls wären noch einige Uralt-Legenden auf den obersten Plätzen vertreten. So erzielte etwa Rapids Franz „Bimbo“ Binder im Laufe seiner Karriere wie Krankl 21 Derby-Tore. Franz Weselik erzielte 17 Treffer, gefolgt von den legendären Rapid-Stürmern Edi Bauer und Robert Dienst, die je 15-mal gegen die Austria trafen.

Den vierten Platz der Wertung seit Gründung der Bundesliga teilen sich ebenfalls zwei echte Legenden: Sowohl Rapids Steffen Hofmann, als auch Austria-Stürmer Toni Polster erzielten jeweils zwölf Tore im Wiener Derby. Der Angreifer Polster, der die Austria recht bald verließ und ins Ausland wechselte, wo er in der italienischen Serie A und der spanischen La Liga bzw. seinerzeit noch Primera División kickte, benötigte für seine zwölf Volltreffer aber deutlich weniger Spiele als Rapids Langzeitkapitän.